Interrail.
- helenasunflowers

- 13. Okt. 2021
- 5 Min. Lesezeit
Sechs Wochen Interrail 2021
Unsere Route: Zuhause-München-Amsterdam
Amsterdam-Rotterdam
Rotterdam-Paris
Paris-Barcelona
Barcelona-Porto
Porto-Cascais
Cascais-Lissabon
Lissabon-Wien-Zuhause
Wir haben uns für den Global Pass „4 Tage innerhalb eines Monats“ entschieden. Dank des Sommer-Rabatts hat das Ticket nur um die 170 Euro gekostet. Mit diesem sind wir von Amsterdam nach Cascais gefahren. Die Strecke von München nach Amsterdam und von Cascais nach Lissabon haben wir separat gezahlt, weil die Reisetage nicht innerhalb des Monats lagen. Die Strecken Barcelona-Porto und Lissabon-Wien sind wir geflogen. Natürlich hätte man von Barcelona nach Porto auch Zug fahren können, jedoch sind die Zugverbindungen von Spanien nach Portugal ziemlich schlecht und die Strecke hätte über 20 Stunden gedauert.
Ein Interrail-Pass gilt nicht im Heimatland, jedoch sind im Globalpass die Fahrt aus dem Land heraus und wieder hinein enthalten. Für uns war das aber ja irrelevant. Man sollte das allerdings vor der Buchung bedenken, wenn man sich für einen Länderpass entscheidet.
Wir sind mithilfe der App „Railplanner“ gereist. Mit dieser kann man ganz einfach seine Zugverbindungen suchen und sich ein digitales Ticket für seine Reisetage erstellen lassen. Es lohnt sich allerdings manchmal, selbst Routen zu erstellen. So haben wir die Strecke Rotterdam-Paris selbst erstellt und haben Geld für die Zugreservierung gespart, da wir nur die Strecke von Brüssel nach Paris zahlen mussten. Wenn euch die App also keine geeignete Route vorschlägt, schaut einfach selbst mal nach, welche Verbindungen es geben würde.
Achtung bei der Reiseplanung: Manche Züge muss man im Vorhinein reservieren. Während dies bei dem Großteil der Züge kein Problem war, stießen wir in Frankreich doch auf einige Hindernisse. Viele Züge sind dort bereits Wochen vorher für Interrail-Reisende ausgebucht, da es immer nur eine begrenzte Anzahl von Sitzplätzen für sie gibt. Außerdem werden manche Reservierungen nicht digital erstellt, sondern nur in Papierform. Entweder man bucht solche Züge schon Zuhause und lässt sich die Tickets per Post schicken, oder man geht in Frankreich zu einem größeren Bahnhof (für TGV, SNCF und RENFE Züge). Dort kann man sich ein Ticket für die Reservierungen ausstellen lassen. Meiner Meinung nach ist dies jedoch sehr unbequem, da man meist auf lange Schlange an den Schaltern stößt und wie gesagt die meisten Züge sowieso Wochen vorher ausgebucht sind. Wir haben von Paris nach Barcelona dann keine Direktverbindung mehr bekommen, sondern mussten eine Alternativroute nehmen. Wir haben die Reservierung für unsere Route in Paris Gare du Lyon vorgenommen.
In Portugal muss man auch oft zu Bahnhöfen gehen, um Sitzplatzreservierungen vorzunehmen-da geht es nicht einmal von Zuhause aus. Hier ist es jedoch deutlich unkomplizierter einen Zug zu reservieren. Wir konnten unseren Zug von Porto nach Lissabon in der Sao Bento Station (Porto) für 5 Euro reservieren.
Allgemein gibt es bei Interrail zu beachten, dass noch einige Kosten für den Transport dazukommen. Denn man braucht extra Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel an den Orten, die man bereisen möchte. Das scheint erstmal offensichtlich, aber am Ende waren es dann doch um die 200 Euro, die wir dafür ausgegeben haben (7 Städte, 6 Wochen).
Welche Unterkünfte sind für eine 6-wöchige Interrailreise zu empfehlen? Persönlich würden wir eine Mischung aus AirBnBs und Hostels empfehlen. Dafür haben wir um die 800€ eingeplant. Es ist kein Problem, einige Tage in Mehrbettzimmern eines Hostels zu schlafen, jedoch sind eigene vier Wände für ein paar Nächte zwischendurch aus unserer Sicht schon notwendig. Meist ist es recht laut in Hostels und man hat kaum Privatsphäre. Wem das nichts ausmacht, braucht vielleicht gar keine AirBnBs, aber wir waren froh, es so gemacht zu haben. Natürlich würde ich es Alleinreisenden eher empfehlen in einem Hostel zu schlafen, denn in einem AirBnB viele neue Leute kennenzulernen ist recht unwahrscheinlich. Welche Hostels und AirBnBs wir empfehlen können, könnt ihr in den Beiträgen zu den einzelnen Städten nachlesen.
Zu den Unterkünften kann man sonst noch sagen, dass man sie schon einige Wochen vorher buchen sollte. Denn vor allem bei den Hostels kann man dadurch Geld sparen. Wir haben uns mit ein paar Leuten unterhalten, die ihren Aufenthalt spontan gebucht oder verlängert haben und zum Vergleich: in Barcelona haben wir 20 Euro pro Person pro Nacht gezahlt, inklusive Frühstück. Derjenige, der spontan gebucht hat, hat einmal 70 Euro für die Nacht gezahlt und das, obwohl wir im gleichen Zimmer geschlafen haben. Die Preise können dann von Tag zu Tag enorm schwanken. In Porto haben wir nur 13 Euro p.P./p.N. inkl. Frühstück gezahlt, während das Zimmer direkt an dem Tag gebucht über 30 Euro gekostet hätte. Das muss natürlich nicht immer so sein und vielleicht ist es außerhalb der Hauptsaison auch anders, also einfach mal ein Auge auf die Preise behalten.
Wie viel Geld sollte man für Lebensmittel einplanen? Es kommt immer darauf an, in welchem Land man ist. Wenn man nicht Essen geht und selbst kocht, braucht man im Schnitt 10 Euro pro Tag. Es ist allerdings unrealistisch, sich vorzunehmen nie in Restaurants oder Cafés zu gehen. Es sollte einem auch nicht zu schade sein, die Köstlichkeiten auf seiner Reise mitzunehmen.
Auch für Museen/Gärten/etc. sollte man etwas Geld einplanen. Manche Museen bieten zwar Ermäßigungen an, jedoch kosten sie meisten doch etwas. Wie viel man dafür einplanen muss, ist individuell. Pro Museum könnte man mit 15-20 Euro im Schnitt rechnen. Und zu guter Letzt braucht man natürlich auch ein paar Euro für Shopping-Touren.
Insgesamt haben wir um die 2000€ pro Person ausgegeben. Wenn man bedenkt, wie lange man unterwegs ist und wie viel man erlebt, ist das tatsächlich ein Schnäppchen.
Kommen wir zum Gepäck. Wir waren mit Rucksäcken unterwegs, sind aber zu dem Schluss gekommen, dass Koffer für unsere Reise auch möglich gewesen wären. Wir waren nur in Städten mit einer guten Infrastruktur unterwegs und hätten nicht zwingend mit dem Rucksack reisen müssen. In einem Koffer kann man eventuell besser Ordnung halten und es ist oft angenehmer zum Reisen, vor allem wenn das Gepäck sehr schwer ist. Unsere Rucksäcke wogen um die 15kg und lange Strecken hätten wir damit nicht gehen wollen. Hier gilt es, selbst abzuwägen, ob ein Rucksack sinnvoller ist, weil man eventuell viel damit gehen muss, oder ob es doch ein Koffer tut. Wenn man sich dann für den Rucksack entscheidet empfehle ich dringend, sich ein gutes Modell zu kaufen. Wichtig sind vor allem ausreichend Polster, eine gute Passform am Rücken und ein Gurt an der Hüfte. Außerdem kann ich Kleidertaschen für Rucksackreisen sehr empfehlen, denn so kann man tatsächlich sehr gut Ordnung halten und den Rucksack Platzsparend einräumen. Meine Kleidertaschen hatte ich bei Amazon gekauft: Amazon Basics Kleine Kleidertaschen, 4 Stück, Blau : Amazon.de: Fashion
Würden wir Interrail empfehlen? Ja, auf jeden Fall. Es ist eine günstige und umweltfreundliche Möglichkeit, innerhalb von ein bis drei Monaten möglichst viel von Europa zu sehen. Wenn man sich frühzeitig um alle Sitzreservierungen kümmert, hat man während der Reise auch keinerlei Probleme und es ist völlig unkompliziert von A nach B zu kommen.
Der allerletzte Tipp:
Wenn man so lange unterwegs ist, kann man nicht jeden Tag Städte und neue Orte erkunden. Lieber ein zwei Tage mehr Pause machen als man „bräuchte“, um auch am Ende der Reise noch genug Energie übrig zu haben.

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